Lucas, 1991 im mecklenburgischen Neustrelitz geboren, verirrte sich nach dem Abitur zunächst in die Welt der Unternehmensberatung. Parallel gründete er in Berlin das Filmkollektiv MY2CENTS, das ab 2012 Fiction- und Show-Videos für Youtube herstellte. Aus den Clips wurden schnell ernsthaftere Projekte, das Kollektiv verschlug es nun für Dreharbeiten immer häufiger in Lucas’ Heimat, wo es regional vielbeachtete Langfilme realisierte – so beispielsweise 2014 die Abenteuerklamotte Die Rache von Radegast sowie 2015 der Dokumentarfilm Nicht hier um zu kritisieren über das vor dem Abgrund stehende Landestheater Neustrelitz.

2015 tauschte Lucas endgültig das Berater- gegen ein Filmemacher-Dasein und nahm ein Produktionsstudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) auf. Hier zeichnete er für Kurzfilme von Regisseur*innen wie u.a. Clara Zoe My-Linh von Arnim und Gian Suhner verantwortlich, die auf Festivals wie dem Max-Ophüls-Preis, Achtung Berlin, Fünf-Seen-Filmfestival, den Hofer Filmtagen, Wendland Shorts oder Landshuter Kurzfilmtagen liefen. Nach seiner Idee entstand 2018 auch die bis dato teuerste Hochschulkooperation von funk, die Webserie Straight Family, die er als Showrunner vom Writers' Room bis zum Release betreute, sowie die ARTE-Webserie Tales From The Blue Bus als internationale Ko-Produktion mit dem Institute of Film and Television in Accra/Ghana.

Neben seinem Studium inszenierte er Werbe-Kurzfilme (u.a. Product Placements für SKY, Lego und Ubisoft), produzierte Beiträge für die KiKA-Sendung Timster und arbeitete für die Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino. Mit Max Gleschinski entwickelte er dessen (später für den Deutschen Drehbuchpreis und mehrfach für den Preis der Deutschen Filmkritik nominierten) Kino-Zweitling Alaska und platzierte den Film beim ZDF – Kleines Fernsehspiel. Er saß auch im Writers' Rooms der ARD-Serie Bonn.

Nach seinem Abschluss an der DFFB schuf er zunächst unter dem Dach von CZAR Hörspielserien. 2021 kreierte, schrieb und inszenierte er z.B. für ProSiebenSat.1 das 10-teilige FYEO-Original Enter Europa mit Maryam Zaree, Burghart Klaußner, Tom Schilling, Katharina Thalbach, Mark Waschke, Philip Froissant, Joel Basman, Tua El-Fawwal und vielen mehr.

Seit 2022 ist er auch als Fernsehautor tätig und versteht es, seinen empathischen Blick auf Menschen und seine Liebe für das Medium Film mit den hiesigen Sehgewohnheiten zu vereinigen. Ihm ist es ein Anliegen, dass die Branche ein (öffentlich-rechtliches) Programm produziert, auf das die Gesellschaft wieder stolz sein kann: Ein Programm, das die Komplexität der Welt abzubilden versucht, statt sie zu negieren. In dem originäre, menschliche Perspektiven in der Tradition von mehr als 100 Jahren filmischem Geschichtenerzählen wachsen können – Fritz Lang statt Rosamunde Pilcher. In Zeiten von KI drohen Fernsehen, Streaming und die beteiligten Akteur*innen immer mehr, in die generische Bedeutungslosigkeit abzurutschen. Deswegen ist die Förderung künstlerischer, identifizierbarer Handschriften essentiell. Um die nötigen Weichen dafür stellen zu können, kommt man nicht umhin, so schnell wie möglich die Quote abzuschaffen oder zumindest für ein paar Jahre auszusetzen.

Lucas' Herz schlägt natürlich auch für das Kino. Die Branche muss gemeinsam –auch aus ökonomischer Sicht– daran arbeiten, den deutschen Film wieder anschlussfähig an das europäische und internationale Kino zu machen. Dafür sollten hinfällige Prognosen zur angeblichen Wirtschaftlichkeit von Filmprojekten sowie der Logline- und Themenfokus aus den Bundes- und Länder-Filmförderungen verschwinden. Um Publikumserfolge zu kreieren gilt es stattdessen, Marken i.F.v. Regisseur*innen zu formen.

Lucas wirkt derzeit an den Folgeprojekten von Aslı Özge, Christopher Schier und Max Gleschinski mit und arbeitet an einer Trilogie über die Insel Rügen, wo er mittlerweile lebt.

Zwischen den Seebädern Binz und Sellin liegt das Haus Buttje, das Lucas zusammen mit seiner Frau aufwendig modernisiert hat und auch als Erholungs-, Denk- oder Schreibresidenz vermietet.

Fernsehfilme als Autor
Conti – Meine zwei Gesichter (mit Daniel Schwarz); Letterbox Filmproduktion, ZDF, 2023
Conti – Spieler; Letterbox Filmproduktion, ZDF, 2024
Polizeiruf 110 – Widerfahrnis (mit Zora Holt); Filmpool Fiction, MDR, 2025
Conti – Der verlorene Sohn; Letterbox Filmproduktion, ZDF, 2025
Tatort – So hell die Nacht; Bantry Bay, BR, 2026
Der Usedom-Krimi – Vampire (mit Antonia Scheurlen); Razor Film, NDR, 2026
Polizeiruf 110 – Zaungast; Razor Film, NDR, 2026

Lehre
Medienpädagoge Klappe gegen Rassismus; RAA, 2017, 2018
Seminar Akustik-Drama; DFFB, 2021, 2022
Mentor beim Drehbuchwettbewerb Deutsches FernsehKrimi-Festival 2024
Seminar 4-Akt-Struktur für den deutschen Fernsehkrimi nach dem 6-K-Prinzip; tba

Residencies
Künstlerhaus Lukas; Ahrenshoop
Mare Künstlerhaus (Roger-Willemsen-Stiftung); Wentorf bei Hamburg